Osmosewasser. Klingt irgendwie künstlich. Technisch. Steril. Ein Begriff, der bislang hauptsächlich Besitzern von Aquarien bekannt war, die ihre Fische mit einem besonders weichen und reinen Wasser bei Gesundheit erhalten möchten. Doch immer mehr Menschen schwören auch bei ihrem Trinkwasser auf den gesundheitlichen Wert von Osmosewasser. Was ist also dran an Osmosewasser als Lebensmittel?

Was ist Osmosewasser?

Die Bezeichnung Osmosewasser ist ein wenig missverständlich. Unter Osmose versteht man nämlich einen physikalischen Prozess, mit dem die Natur nach Ausgleich strebt. Stellen Sie sich zwei Behälter vor, die beide Wasser mit einer unterschiedlich hohen Konzentration an gelösten Salzen enthalten. Die Wasserbehälter sind nur durch eine halbdurchlässige Membran getrennt: Wasser kann durch diesen Filter hindurchfließen, die größeren Salzmoleküle jedoch nicht. Der osmotische Prozess sorgt nun dafür, dass Wasser von der Seite mit der niedrigeren Salzkonzentration auf jene mit der höheren fließt. Und zwar solange, bis beide Behälter den gleichen Gehalt an Salz aufweisen. Dieser Vorgang ist essenziell für alles Leben, weil zum Beispiel die Nährstoffversorgung menschlicher, tierischer und pflanzlicher Zellen davon abhängt.

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Mit Osmosewasser ist in Wirklichkeit aber Wasser gemeint, das durch Umkehrosmose entsteht. Die Umkehrosmose ist in gewisser Hinsicht das Gegenteil der Osmose. Anstelle des Ausgleichs wird größtmögliches Ungleichgewicht angestrebt. Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Nicht eine gleich hohe Salzkonzentration beiderseits der Membran ist das Ziel, sondern ein maximaler Salzgehalt auf der einen Seite und ein vollkommen salzfreies Wasser auf der anderen. Darum wird Umkehrosmose unter anderem auch zur Entsalzung von Meerwasser herangezogen.

Wie Umkehrosmose genau funktioniert, wird sehr anschaulich in dem Buch „Umkehrosmose: Funktionen, Vorteile, Kritik, Modelle – Alles, was sie über die Trinkwasser-Aufbereitung im Haushalt wissen müssen“ von Peter Janz beschrieben. Entscheidend dafür, warum wir uns – vor allem im Zusammenhang mit unserer Gesundheit – damit beschäftigen sollten, ist jedoch, was am Ende entsteht: Osmosewasser als hochgradig reines Trinkwasser.

Warum sollten wir Osmosewasser trinken?

Gesundheit ist wie ein präzise arbeitendes Uhrwerk: viele Zahnräder, Gewichtszüge und Schwungsysteme müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein und harmonisch zusammenarbeiten, damit die Uhr auch in Jahrzehnten noch die korrekte Zeit anzeigt. Ähnliches gilt auch für unseren Körper, wenn wir ihn gesund erhalten wollen. Es gibt allerdings einige Abläufe in unserem Organismus, die besonders essenziell sind und ohne deren reibungsloses Funktionieren fast zwangsläufig Krankheiten entstehen:

  • Die Grundbausteine unseres Körpers, die einzelnen Zellen, müssen ausreichend und regelmäßig mit Nährstoffen versorgt werden.
  • Abfallprodukte des Stoffwechsels und Gifte müssen rasch und zuverlässig ausgeschieden werden.

Osmosewasser ist die Voraussetzung, dass diese Prozesse in bestmöglicher Weise ablaufen können. Genauer gesagt geht es dabei um reines Wasser. Denn je weniger Stoffe im Wasser gelöst sind, desto besser kann es diese überlebenswichtigen Transportfunktionen erfüllen. Das ist wie bei einem LKW, der nur dann Güter aufnehmen und transportieren kann (Nährstoffe zu den Zellen, Gifte aus dem Körper hinaus), wenn sein Laderaum nicht bereits bis an den Rand gefüllt ist.

Der Punkt ist, dass Umkehrosmose das derzeit zuverlässigste Verfahren darstellt, um solch reines Wasser zu produzieren. Mehr als 30.000 verschiedene Stoffe können in unserem Leitungswasser gelöst sein. Die Trinkwasserverordnung schreibt vor, lediglich 32 davon zu prüfen. Bei Mineral- und Tafelwasser sind es überhaupt nur zehn Inhaltsstoffe, die gemessen und bei denen gewisse Grenzwerte eingehalten werden müssen. Für die meisten gibt es noch nicht einmal Nachweisverfahren. Moderne Umkehrosmose-Anlagen mit ausgereiften Filtersystemen sind heute in der Lage, bis zu 99,9 % all dieser unerwünschten und vielfach schädlichen Stoffe – Schwermetalle, Nitrate, Chlorverbindungen, Pestizide, Medikamentenrückstände, Hormone, radioaktive Substanzen, Bakterien, Keime, Pilzsporen, Parasiten und Kalk – zuverlässig aus dem Leitungswasser zu filtern.

So wie Meerwasser-Entsalzungsanlagen völlig salzfreies Wasser produzieren, entsteht durch Umkehrosmose absolut reines, weiches Wasser. Dieses Osmosewasser ist für den Körper ein ideales Transportmittel. Es löst Nährstoffe aus der Nahrung und bringt sie zu den Zellen. Anschließend nimmt es Schlacken und Gifte auf und befördert diese über die Nieren und andere Ausscheidungsorgane aus dem Organismus hinaus.

Osmosewasser hat ähnliche Eigenschaften wie reines Gletscherwasser, von dem vermutet wird, dass es Naturvölkern in Hochgebirgsregionen zu lebenslanger Gesundheit verhilft. Mit dem Entgiften und Entschlacken sorgt es auch für eine reine Haut und stärkt die Immunkräfte. Das ist aber noch lange nicht alles…

Multitalent Osmosewasser

Neben dem gesundheitlichen Wert bietet Osmosewasser noch eine Reihe weiterer Vorteile für unser alltägliches Leben:

  • Körperpflege: Haut und Haare werden weicher und glatter, man braucht weniger Shampoo oder andere Pflegemittel.
  • Kochen: Der Eigengeschmack von Lebensmitteln wird besser, da er nicht mehr durch im Wasser gelöste Stoffe verfälscht wird. Beim Trinken ist Osmosewasser besonders durststillend und schmeckt angenehm weich.
  • Reinigung: Mangels Kalk trocknet Osmosewasser fleckenfrei, der Putzmittel-Einsatz reduziert sich (das gilt natürlich auch für die Scheibenwaschanlage in Autos).
  • Haushalt: Kaffeemaschinen, Dampfbügeleisen, Luftbefeuchter und andere wasserführende Geräte haben eine deutlich längere Lebensdauer und müssen nicht mehr entkalkt werden.
  • Pflanzen: wachsen schneller, kräftiger und blühen länger; Schnittblumen bleiben länger frisch.

Und weil ich eingangs Aquarien-Besitzer erwähnt habe, die zumeist schon positive Erfahrungen mit Osmosewasser bei ihren Fischen gesammelt haben: Reines Wasser wird natürlich von allen (Haus-) Tieren bevorzugt. Machen Sie einfach die Probe aufs Exempel und bieten Sie Ihrem Liebling drei Wasserschüsseln an – eines mit Leitungswasser, eines mit kohlensäurefreiem Mineralwasser und das dritte mit Osmosewasser. Ihr Haustier wird sich instinktiv letzterem zuwenden.

Kann man Osmosewasser kaufen?

Ja, aber hauptsächlich in Tierfachgeschäften, die Osmosewasser für Aquarien anbieten oder auch bei Amazon. Für den Bedarf an Trinkwasser und Nutzwasser im Haushalt empfiehlt es sich, den Erwerb einer Umkehrosmose-Anlage in Betracht zu ziehen. Moderne Geräte sind heute schon extrem leistungsfähig, preiswert und kostengünstig im Betrieb. Und Sie werden unabhängig in der Produktion Ihres wichtigsten Lebensmittels…

„Irgendwann in diesem Jahrhundert wird eine Flasche mit reinem Wasser mehr kosten als eine Flasche Wein.“

Viktor Schauberger

Eine ausgezeichnete Übersicht über die Möglichkeiten der Trinkwasseraufbereitung im eigenen Haushalt bietet das eBook „Umkehrosmose: Funktionen, Vorteile, Kritik, Modelle“ von Wasser-Experte Peter Janz. In anschaulicher Weise und einer klar verständlichen Sprache stellt er verschiedene Methoden gegenüber und beschreibt, welche Umkehrosmose-Anlagen es für zuhause gibt. Auch Kritikpunkte wie das Pro und Kontra fehlender Mineralien im Wasser oder Mythen um den pH-Wert von Osmosewasser behandelt Janz sachlich und seriös. Mit diesem Buch haben Sie alle Informationen an der Hand, mit denen Sie die richtige Entscheidung für Ihr gesundes Trinkwasser treffen können.

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